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Erste europäische Sammelklage gegen Meta wegen Facebook-Datenleck startet in Südtirol

Erste europäische Sammelklage gegen Meta wegen Facebook-Datenleck startet in Südtirol

In Italien sind rund 35 Millionen Nutzer von einem Datenleck betroffen, das zwischen 2018 und 2019 bei Facebook entstanden sein soll. Die dabei abgeflossenen Daten wurden später im Darknet zum Verkauf angeboten und offenbar unter anderem für Spam, Phishing, Identitätsdiebstahl und weitere Betrugsformen genutzt. Öffentlich bekannt wurde der Vorfall jedoch erst im Jahr 2021. Nun startet von Bozen aus die erste europäische Sammelklage gegen den Mutterkonzern Meta, die bereits rechtlich als zulässig eingestuft wurde. Das entschied das zuständige Gericht in Mailand am 10. April.

Die Klage wurde vom Zentrum für Verbraucherschutz (Ctcu) in Südtirol initiiert. Dessen Direktorin Gunde Bauhofer betont, dass die Klage auf einem Grundsatz der EU-Rechtsprechung basiert: Datenschutzverletzungen dieser Art seien grundsätzlich schadensersatzpflichtig. Rechtsanwalt Rodolfo Dolce, der gemeinsam mit Carlo Malossi für Dolce Lauda das Verfahren führt erklärt, dass sich Betroffene bereits jetzt in ein Register eintragen können. Dieses wird im Rahmen des Verfahrens beim Gericht geführt und dient der späteren Festlegung individueller Entschädigungen. Die nächste wichtige Etappe ist für Oktober angesetzt: Dann soll vor Gericht über die Höhe möglicher Entschädigungen verhandelt werden. Im Raum stehen Beträge von einigen hundert Euro pro Person. Hochgerechnet auf die geschätzte Zahl der Betroffenen könnte es sich um eine der größten Sammelklagen weltweit handeln.

https://suedtirol.orf.at/stories/3350982/