Old fashioned
Bei allen Betrügereien in der digitalen Welt ist man fast noch über die klassischen Täuschungen froh, die noch persönlichen Einsatz und die Kunst der Mimik erfordern. Neben den vielen falschen ENEL- Handwerkern, die durch Italiens Wohnungen ziehen, den falschen Carabinieri und den vielen unechten Pfarrern und Ordensbrüdern, ist von einer neuen Masche aus Neapel zu berichten. In vielbesuchten Lokalen kann es vorkommen, dass ein als Oberkellner gekleideter Mann an den Tisch kommt und die Gäste höflich fragt, ob sie zahlen wollen. Die Rechnung wird ausgestellt, das Geld kassiert und der Oberkellner verschwindet - zum Leidwesen des Wirtes und der echten Kellner im Lokal.
Deepfake in Italien verboten
In Italien hat das neue KI Gesetz (siehe dieses Heft) auch einen neuen Straftatbestand im italienischen Strafgesetzbuch eingeführt (Art. 612 -quater). Hier wird die unrechtmäßige Verbreitung von Deepfake Inhalten (Bilder,Videos, Stimmen) unter Strafe gestellt, die mit KI erzeugt oder manipuliert wurden, wenn sie zur Täuschung geeignet sind und Schäden verursachen. Die italienische Ministerpräsidentin Georgia Meloni ist selbst ständig Opfer von Fakevideos, oft mit pornographischem Inhalt. Auch hier ist Italien das erste Land der EU mit einer entsprechenden Vorschrift.